Weihnachtskonzert Klosterkirche Nordshausen

(Foto v.l.n.r.: Robert Forberger -Violoncello, Dörte Gassauer -Cembalo, Susanne Schale -Blockflöten, Susanna Weber – Sopran, Andreas Waßmuth – Oboen)

Weihnachtliches Barockkonzert

in der Klosterkirche Nordshausen

Sonntag, 21.12.2014 um 17.00h

Das Weihnachtskonzert in der Klosterkirche Nordshausen mit der Camerata Castellana hat nun schon seinen festen Platz im Kasseler Kulturleben. In diesem Jahr präsentiert das Ensemble zum 4. Adventssonntag weihnachtliche Arien von J. S. Bach und Instrumentalstücke von Telemann, Marcello u.a..

Neben Vokalstücken aus Weihnachtskantaten erklingen Arien aus Bachs „Weihnachtsoratorium“, die von den Instrumentalstücken umrahmt werden. Wer das „Weihnachtsoratorium“ schätzt, kommt bei diesem Konzert auf seine Kosten. Der Eintritt ist frei.

Unser Konzertprogramm:

 

Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) 

Choral - Ach mein herzliebes Jesulein, BWV 248

und 

aus der Kantate: „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, BWV 1

Arie - Erfüllet ihr himmlischen göttlichen Flammen

***

Georg Philipp Telemann (1681 - 1767) 

aus der Triosonate c-Moll für Oboe, Flöte und B.c.

1. Satz Largo - 2. Satz Vivace 

*** 

Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)

aus dem Weihnachtsoratorium, BWV 248

Echoarie - „Flößt mein Heiland“ 

*** 

Jonkheer Jacob van Eyck (*? - 1657) 

„O Heyligh zaligh Bethlehem“ für Flöte solo

*** 

Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) 

aus dem Weihnachtsoratorium, BWV 248

Arie - „Ich will nur dir zu Ehren leben“ 

*** 

Alessandro Marcello (1673 - 1747) 

aus dem Concerto d-Moll für Oboe und Continuo

2. Satz: Adagio

 

* * *    P A U S E    * * *

   

Louis Couperin (um 1626 - 1661) 

Prélude non mesuré a-Moll für Cembalo solo

à l´imitation de Mr. Johann Jakob Froberger 

*** 

Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) 

aus dem Weihnachtsoratorium, BWV 248

Arie - Nur ein Wink von seinen Händen 

*** 

Georg Philipp Telemann (1681 - 1767) 

aus der Triosonate c-Moll

3. Satz Andante - 4. Satz Allegro 

*** 

Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)

aus der Kantate zum 4. Adventssonntag, BWV 132

Arie - „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“

 

*** G E B E T / S E G E N

Weise: Samuel Scheidt (1587 - 1654)

 Worte: Valentin Thilo (1607 - 1662) 

„O Jesulein süß, o Jesulein mild“

3. Vers mit Gemeinde

 

camerata-castellana am 7.12.14 21:06, kommentieren

Rezension zum Konzert im Meissner Dom


Die Tournee ist vorbei. Wir erlebten bei sommerlichen Temperaturen viele schöne, wenn auch anstrengende Konzertauftritte in stimmungsvoller Atmosphäre.

Wir danken den vielen aufgeschlossenen und interessierten Zuhörern und hoffen, sie mit unserer Musik erfreut zu haben. Wir werden noch verschiedentlich eine Aufnahme von den Konzerten ins Netz stellen und freuen uns, dass die Presse trotzt der Vielzahl der sommerlichen Veranstaltungsangebote uns im Meissner Dom eine Rezension des Konzerts geschrieben hat:

Sächsische Zeitung vom 12.08.2014 Seite 16

Detailreiche Barockmusik aus Kassel


Mit großer Liebe zum Detail, zum jeweils individuellen Klang der Holzblasinstrumente wie den Flöten in verschiedenen Tonlagen, der Oboe, dem Englischhorn und Fagott sowie der elegant pointiert wirkenden Lautmalerei des Cembalos meisterten die drei Instrumentalisten der Camerata Castellana ein wunderbar abwechslungsreich gewähltes Repertoire barocker Kammermusik. Höhepunkt der Instrumentalinterpretation dieses späten Nachmittags war sicherlich William Williams Sonata "in imitation of birds" in F-Dur, deren Vogelgezwitscher von der Flötistin Susanne Schale und dem Oboist Andreas Waßmuth neben der Basso continuo-Begleitung am Cembalo durch Dörte Gassauer in einem künstlerisch perfekt abgestimmten, musikalischen Dialog erklang und im Grunde genommen die Natur in artifiziell musikalischer Weise übertraf.
Festlich, beschwingt, voller Hoffnung und Zuversicht erklangen auch die Arien. Großen Wert auf das Wortverständnis legend und darüber hinaus prägnant in Stimme und Stimmung den Wortsinn umsetzend, vermittelte die Sopranistin
Susanna Weber die Werke von Buxtehude, Händel, Telemann und Bach. Das Quartett harmonierte im Zusammenklang hervorragend und erfüllte den kühlschattigen, mit Kerzen beleuchteten Hochchor des Meißner Doms, der gleichzeitig zum ausgeschöpften Klangkörper wurde. Ein wohltuendes Konzert sowohl für Liebhaber barocker Musik als auch für Laien, denn die filigran feinen Klangdetails entließen jeden Besucher mit einem Reichtum an Gedanken in den Abend.
Christine Maria Schraff
Quelle: Sächsische Zeitung

 

camerata-castellana am 1.9.14 14:02, kommentieren

Camerata Castellana

Wir grüßen alle Besucher unseres Blogs und freuen uns, Sie vielleicht auch in den kommenden Konzerten zwischen dem 1. bis 10. August begrüßen zu können. Unsere Tournee führt uns an viele schöne Orte im Raum Chemnitz und Dresden (genauer Plan - siehe den Link zum Konzerttermine-Flyer)

Dazu haben wir hier einiges an Infos zur Musik, die in den Konzerten erklingen wird, in den letzten Wochen festgehalten...

camerata-castellana am 26.7.14 22:24, kommentieren

einige Übersetzungen der italienischen Texte

Da in unserem Konzertprogramm viele italienische Arien und Lieder sind, möchten wir hier die Texte inhaltlich übersetzt widergeben:

G. Fr. Händelaus der Kantate „Delirio amoroso“

 Arie „Per te lasciai la luce“:

Für Dich trete ich aus dem Licht/ dass mich leitet/Geliebter, um dich wiederzusehen/Du willst mich verlassen/Halte mein Schritte ins Ungewisse auf/Warum willst Du fliehen, sag mir, warum?

 

G. Fr. Händel – aus der Solokantate „Mi palpita il cor“

Rezitativ –Arioso –Rezitativ –Arie:

Es schlägt mein Herz ganz ohne Absicht- warum?/Meine Seele ist erregt- ich weiß nicht, was ist.

Qual, Eifersucht, Zorn, Kummer und Schmerz-/ Was tust Du mir an?/ Wenn Du mich verliebt machen willst-ich bin liebend. Aber-oh Gott- verlang nicht mein Leben. /Das Herz kann die Fesseln des Schmerzes nicht mehr ertragen./Ich habe so viele Sorgen, die mich martern, von denen ich nicht sprechen kann. /Ich gehe daran zugrunde.

 

Altitalienische Liebeslieder

Alessandro Scarlatti (1660-1725)

> “Spesso vibra per suo gioco“

Nur zu seinem Spass schwingen Amors Pfeile zuweilen im Herzen edler Menschen./Inmitten des Feuers verglüht ein Opfer, während ein anderes in Ohnmacht versinkt.   

> „Son tutta duolo“

Es sind viele Schmerzen Qualen in mir, und mich tötet grausames Leid. /Allein die Götter, das Gestirn und der Himmel kennen meine Sorgen.

> „Se Florindo  e fedele“

Wenn Florindo treu ist, werde ich mich verlieben. Ich widerstehe sanften Pfeilen und schmeichelnden Blicken. /Ich höre nicht auf Bitten und Klagen./Aber wenn er treu ist, werde ich mich verlieben

 

Giulio Caccini (1545-1618)

> „Amarilli“

Amarill, meine Schöne, glaubst Du nicht, dass Du das Verlangen meines Herzens bist?/Glaube es, denn dann werden Zweifel und Furcht dich nicht quälen./In der Brust und in meinem Herzen ist es geschrieben: Amarilli ist meine Liebe.

 

> „Tu ch´ai le penne“

Der Du Federn hast, Geliebter, und zu fliegen weißt,/Komme geschwind dorthin, wo mein Herz ist./Und wenn du den Weg nicht kennst-/Meine Seufzer werden Dich führen./Komm, denn Du wirst es zwischen den goldenen Knoten meiner Brust finden.

 

Francesco Cavalli (1602-1672)

> „Delizie contente“

Köstliche Zufriedenheit in meiner Seele, bleib./Hör nicht auf, die Freuden der Liebe zu stillen./Mehr begehre ich nicht, das genügt. /Im Schoß des Geliebten, in süßen Ketten werde ich sterben./Das genügt

 

Hinweis:

die Übersetzung der weltlichen Kantate J.S.Bach Non sa che sia dolore wurde bereits gebloggt

camerata-castellana am 13.7.14 17:49, kommentieren

Instrumentalwerke zur Sachsentour 2014

William Williams (1675 – 1701)
Sonata “in imitation of birds“ F-Dur für Oboe, Altblockflöte, B.C.
Adagio – Allegro – Grave – Allegro

Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)
Triosonate c-Moll für Oboe, Altblockflöte, B.C.
Largo – Vivace – Andante – Allegro

Alessandro Marcello (1673 – 1747)
aus dem Konzert d-Moll für Oboe, Streicher, B.C.
Andante e spiccato – Presto

Giuseppe Sammartini (1695 – 1750)
aus dem Konzert F-Dur für Sopranblockflöte, Streicher, B.C.
Siciliano

Giovanni Battista Fontana (um 1571 – 1630)
Sonata 1 für Sopranblockflöte, B.C.

Willem de Fesch (1687 – 1761)
Sonata g-Moll op. 8 / Nr. 3 für Altblockflöte, B.C.
Larghetto – Allemanda – Sarabanda – Giga


camerata-castellana am 24.6.14 14:25, kommentieren

Vokalwerke für die Konzerttournee:

Weltliche Vokalwerke:

Georg-Friedrich Händel (1685-1759)

„In den angenehmen Büschen“

„Flammende Rose, Zierde der Erde“

Aus: „Neun deutschen Arien“ HWV 202-210

 

„Mi palpita il cor“-Solokantate für Sopran, Oboe und Basso continuo; HWV 132b: Rezitativ –Arioso – Arie 

 

„Per te lasciai la luce“ Arie aus der Kantate „Delirio amoroso“ HWV 99

 

Altitalienische Liebeslieder:

Alessandro Scarlatti (1660-1725)

“Spesso vibra, per suo gioco“

“Son tutta duolo”

“Se Florindo e fedele” 

Giulio Caccini (1545-1618)

“Tu, ch´ai le penne”

“Amarilli” 

Francesco Cavalli (1602-1672)

“Delizie contente” aus: “Arie antiche” (Hsg.: Ricordi-Verlag, Bd. I-III)

 

Johann-Sebastian Bach (1685-1750) 

Kantate BWV 209 „Non sa, che sia dolore“  

Sinfonia –Rezitativ- Arie -Rezitativ –Arie

 

aus der Kantate BWV 215 „Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen“

Arie: „Durch die von Eifer entflammeten Waffen“

 


 

Geistlich Vokalwerke:

Dietrich Buxtehude (1637-1707)

„Singet dem Herrn ein neues Lied“

Solokantate Nr.1 für Sopran, Flöte und Basso continuo

 

Georg Philipp Telemann (1681-1767)

„Auf ehernen Mauern…“ aus: „Sechs Arien aus dem Harmonischen Gottesdienst“

für Sopran, Altblockflöte und Basso continuo (Hsg.: carus-Verlag)

 

J. S. Bach

Arie: „Höchster Tröster, heiliger Geist“ aus:

Kantate BWV 183 „Sie werden euch in den Bann tun“

 

Arie: „So schnell ein rauschend Wasser schießt“ aus:

Kantate BWV 26 „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig"

 

Arie: "Schafe können sicher weiden“ aus: Kantate BWV 208 (Jagdkantate)

 

G.Fr. Händel

„Süße Stille, sanfte Quelle“

Arie für Sopran, Flöte und B. c. aus: „Neun deutschen Arien“ HWV 202-210

 

camerata-castellana am 17.6.14 14:02, kommentieren

Non sa che sia dolore - Kantate BWV 209

für Sopranstimme, Flauto traverso u. Continuo

Johann Sebastian Bach (1685-1750

Die weltliche Kantate »Non sa che sia dolore« ist für die Gelegenheitswerke J. S. Bachs bemerkenswert durch ihren italienischen Text, durch ihre opulente fünfsätzige Gestalt sowie durch die (wie sich in der neueren Forschung herausstellte) späte Entstehungszeit um 1746.

Auftraggeber waren die Freunde eines Studenten, der vor der Rückkehr von Leipzig ins fränkische Ansbach mit besagter Musik verabschiedet werden sollte. Sicher musizierte der Freundeskreis selbst – ein Student dürfte die obligate Flöte geblasen und einer, falsettierend, die Sopranpartie intoniert haben. Vielleicht befanden sich unter diesen Freunden ein oder mehrere Schüler Bachs, abgesehen von einem begüterten Mäzen, der das Opus des Thomaskantors bezahlte. Bei der einzigen damaligen Darbietung der Kantate mag es dann wohl zu Bachs Zeiten geblieben sein.

Es war zu Bachs Zeiten durchaus üblich, mit den Instrumenten zu musizieren, die gerade vorhanden waren, so dass auch wir diese Cantate für unsere Besetzung  (mit Blockflöte und Oboe) arrangiert haben. Die Kantate gehört zu unserem neuen Konzertrepertoire, daher gibt es von uns noch keine Aufnahme.

Auf Youtube ist sie aber in hervorragender Einspielung mit dem Ensemble von Gustav Leonhardt zu hören:

 http://www.youtube.com/watch?v=PbDkHbOmHow

 

Der Kantatentext und die Übersetzung:

1. Sinfonia (instrumentale Einleitung)

 

2. Recitativo

Non sa che sia dolore

Chi dall’amico suo parte e non more.

Il fanciullin che plora e geme

Ed allor che più ei teme,

Vien la madre a consolar.

Va dunque a’cenni del cielo,

Adempi or di Minerva il zelo.

 

            Nicht weiß, was Schmerz sei,

            wer von seinem Freunde scheidet und

            nicht stirbt. Das Mädchen, das weint und

            stöhnt, und gerade da es sich am meisten

            fürchtet, kommt die Mutter, es zu trösten.

            Geh also, auf die Zeichen des Himmels,

            genüge nun Minervas Eifer!

 

3. Aria

Parti pur e con dolore

Lasci a noi dolente il core.

La patria goderai,

A dover la servirai.

Varchi or di sponda in sponda,

Propizi vedi il vento e l’onda.

 

            Scheide nur und mit Schmerzen;

            lass uns zurück mit schmerzendem Herzen!

            Der Heimat wirst du dich erfreuen,

            nach Gebühr ihr dienen.

            Du fährst nun von Ufer zu Ufer,

            günstig siehst du Wind und Welle.

 

4. Recitativo

Tuo saver al tempo

e l’età contrasta,

Virtù e valor solo a vincer basta.

Ma chi gran ti farà più

che non fusti?

Anspaca, piena di tanti augusti.

 

            Dein Wissen steht in Gegensatz zu dem

            der Zeit und deinem Alter,

            Tugend und Wert allein genügen zu ob siegen.

            Doch wer wird größer dich machen,

            als du je gewesen bist?

            Ansbach, voll so vieler Erhabener.

 

5. Aria

Ricetti gramezza e pavento,

Qual nocchier, placato il vento,

Più non teme o si scolora,

Ma contento in su la prora

Va cantando in faccia al mar.

 

            Du weisest zurück Kummer und Furcht,

            wie der Steuermann, wenn der Wind sich

            gelegt hat, nicht mehr sich fürchtet noch

            erblasst, sondern zufrieden auf dem Bug

            singt im Angesicht des Meeres.

 


camerata-castellana am 12.6.14 00:47, kommentieren